Dies, so schicke ich lieber gleich voraus, ist ein Plädoyer für Emanzipation UND eine ästetisch ansprechende Schriftsprache.
Am gestrigen Abend grillte ich mit Freunden zusammen, es gab viel zu viel Fleisch, noch mehr Baguette und sogar Nudelsalat! (Dieses Geplänkel ist nur dazu da, um einen Rahmen für Sie und einen Anfang für mich zu schaffen.) Wie es dann so ist, essen die Leute nicht nur leise vor sich hin, sondern man unterhält sich auch(was für ein unnötiger Hinweis). Neben Gott und der Welt streifte unsere Runde auch das heikle Thema der Emanzipation und ihre manchmal seltsamen Blüten.
Z.B. fiel das Gespräch auf die Anrede in verschiedenen Schreiben. Wir kamen zu der einhelligen Meinung, es waren übrigens auch Frauen dabei, dass die mittlerweile verdreifachte Größe dieses Briefabschnitts nicht nur leser-/leserinnenunfreundlich sei sondern auch ein wenig lächerlich.
Na, haben sie es gemerkt? Oder haben sie sich bereits daran gewöhnt, dass immer entweder sowohl die sehr geehrten Leser als auch Leserinnen, oder noch schlimmer LeserInnen, angesprochen werden? Mich juckt es dann immer fürchterlich in den Augen. Ich halte es für eine Zumutung, den Leser mit einer Masse, oh Pardon, ich vergaß doch fast: Natürlich halte ich es auch für eine Zumutung für die Leserinnen, von Anredeformeln zu bombardieren, der/die irgendwann inständig hofft, der Brief möge schnell vorbei sein, damit man nicht immer wieder über die "Anrede-Innen" stolpert. Ich finde in der Tat, dass dies einem verbalen Schluckauf gleichkommt, bei dem man sich unweigerlich fragt, ob der Autor nur Probleme mit der Orthographie oder sogar mit einem Tremor hatte.
Noch schlimmer wird es allerdings, wenn Worte deshalb von, ja, von wem eigentlich? Gibt es irgendwo einen Bundesverband emanzipierungswütiger Personen und Personinnen? Vielleicht... na ja egal...Wo war ich? Ach ja, noch schlimmer wird es, wenn Worte allein schon deshalb ihre Salonfähigkeit einbüßen, weil sie so ähnlich klingen, wie ein chauvinistischer, männlicher Artikel oder eine chauvinistische Anredeform, die die Dreistigkeit besessen haben, ihre besseren Hälften zu Hause allein zu lassen. Man nehme, ja genau, das Wörtchen "man", eigentlich der Gipfel der Neutralität, das immer häufiger ein schnippisches /frau zur Seite gestellt bekommt. Ich bitte Sie, was soll das denn? Das "man" klingt vielleicht genauso wie der Mann, aber da hören die Ähnlichkeiten auch schon auf! Das man(/frau) den Unterschied zwischen einem "n" und zwei am Ende des jeweiligen Wortes nicht hören kann, dass sehe ich ja ein, aber das ist doch kein Grund einem neutralen Pronomen, das nicht ansatzweise die Tendenz aufweist, den weiblichen Anteil auszuschließen, die Eigenständigkeit zu rauben.
Ich sprach eingangs bereits von Ästhetik, und ich betone es wieder, es sieht einfach nicht aus an jedes Wort, das in den Geruch geraten ist nur den männlichen Lesern Beachtung zu schenken, ein "und -innen", "/-innen" oder am Schlimmsten "-Innen" anzuhängen. Wenn ich in einem Brief die weibliche Form nicht extra aufzähle, ist dies nicht auf sexistische Einstellung zurückzuführen, sondern darauf, dass ich es für selbstverständlich halte, wenn ich mehrere Personen anspreche oder ein Wort benutze, das in der Einzahl nun einmal einen männlichen Artikel besitzt, auch den weiblichen Anteil dieser Gruppe anzusprechen. Mir käme es im Gegenteil sogar eher chauvinistisch vor, jedes Mal Frauen und Männer in der Anrede von einander zu separieren. Hätte man früher, in Zeiten in denen das Schulsystem vorsah, dass Mädchen und Jungen komplett oder zumindest im Sportunterricht getrennt wurden, darauf gepocht, ja vielleicht, aber heute? Was ich damit sagen will ist, dass ich unter Gleichberechtigung weniger verstehe, den Frauen eigene Anredefloskeln zuzugestehen, sondern daraufhin zu arbeiten, dass es selbstverständlich ist, das die holde Weiblichkeit die selbe Anerkennung bekommt, wie die trampelnde Männlichkeit. Wichtiger als verbale Haarspalterei ist es, meiner Meinung nach, dafür zu sorgen, im Leben gleiche Voraussetzungen zu schaffen. Und ich bin mir sicher, dass mir die Emanzipierten, die Meilensteine wie das Frauenwahlrecht und die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz durchgesetzt haben, beipflichten würden. Ich wüsste zu gern, was sie dazu sagen würden, dass Autoren, die auf die zusätzlichen Anredeformeln verzichtet haben, am Ende ihrer Schreiben eingeschüchtert hinzufügen müssen, sie hätten der "LeserInnenfreundlichkeit" wegen auf die weibliche Form in ihrem Schreiben verzichtet und nicht weil sie Chauvinisten seien, weil sie damit rechnen müssen, wegen eines gesunden Sprachgefühls als ebensolche abgestempelt und damit zumindest für den weiblichen Teil der Leserschaft untragbar zu werden.
Ich danke für Ihre und Seine Aufmerksamkeit.
Dienstag, 14. Juli 2009
Mittwoch, 17. Juni 2009
Eine schlechte Zeit und das ganz ohne Nougat!
Wieder mal eine Umweltrettungsaktion, die so erfolgreich am Ziel vorbeischießt, wie jede Aktion, bei der der Bock zum Gärtner gemacht wird. "CBM" ist die modische und furchtbar wichtig klingende Abkürzung für den Handel mit Abgaszertifikaten, gern auch mal "Verschmutzungsrechte" tituliert.
Große Unternehmen müssen nämlich seit einiger Zeit Geld dafür bezahlen, dass sie so wunderbar unsere Atmosphäre mit klimawirksamen Gasen füllen können, um es vorsichtig auszudrücken. Diese Zertifikate sind in unseren Breiten recht teuer, was die Konzerne dazu bewegt, sich ihre Zertifikate in der dritten Welt zu holen (wo auch sonst). Wenn sie dann auch noch "gemeinnützige" Projekte starten, erhalten sie in unseren Landen "Freibeträge", die sie kostenlos in die Luft blasen dürfen.
RWE, ein ebenso großer wie berüchtigter Energiekonzern, hat sich z.B. in seiner Großmut dazu herabgelassen, den schicksalsgebeutelten Indern ihre Glühbirnen kostenlos gegen Energiesparlampen umzutauschen. Ein Beauftragter und überzeugter RWEler wurde sogar zur Überprüfung der Vorgänge nach Indien entsandt. Von 300.000 Energiesparlampen sind, nach Stand der Dokumentation, die mich zu diesem Eintrag inspiriert hat, sage und schreibe ganze acht, in Zahlen 8(!) Energiesparlampen in indischen Armenhaushalten gelandet, wofür sich die indische Bevölkerung natürlich auch noch artig bedanken durfte.
Noch besser haben es die Bewohner des kleinen Städtchens, das den bezeichnenden Rekord als dreckigste Stadt Indiens hält:
Mehrere alte Eisenhüttenwerke, die ohne das CBM-Projekt bereits abgerissen worden wären, werden mit Hilfe dieses Projektes wieder rentabel und schleudern weiterhin Staub in die Luft, der die umliegenden Felder der Anwohner schwarz verfärbt und ihre Atemwege angreift. Zu arm, um beachtet zu werden, müssen die Menschen auch noch genau in diesen Werken arbeiten, um überhaupt überleben zu können. Die Regierung tut nichts für diese Menschen, während sich der eingangserwähnte RWEler auch noch hinstellt und sagt, dass CBM-Projekt sei zunächst ein Projekt des Klimaschutzes, bei dem es nicht darauf ankomme, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, sondern das Klima zu verbessern. Dem sei es schließlich egal, ob in den Entwicklungsländern oder Industrienationen CO2 eingespart werde. Klimaschützer bemängeln aber bereits das, das Projekt spare in keiner Weise CO2 ein, sondern schichte es lediglich um.
Der RWEler legte übrigens besonderen Wert darauf, dass das englische Wort "allowence" mit Zertifikat und nicht Recht übersetzt werde, weil es sich schließlich um ein "Abgaszertifikat" und nicht "Verschmutzungsrecht" handele. Seiner Auffassung nach, sei ein Verschmutzungsrecht für Schmutz oder Dreck und CO2 sei ja offensichtlich kein Schmutz, sondern lediglich ein Gas, das jeder einatme.
Mittlerweile gibt es regelrechte CBM-Börsen auf denen sich die Entwicklungsländer und ihre "Zertifkat"-Preise vorstellen, wobei sie noch gegeneinander um die Gunst der großen Konzerne buhlen müssen.
Wieder einmal haben wir die Situation, dass die Entwicklungsländer ihr letztes Hemd, sofern sie noch eins besitzen, geben müssen, um auch nur ein wenig Zuwendung der reichen, fetten Industrienationen zu bekommen, die sich dann auch noch solche Aussagen, wie sie sich der RWE-Abgesandte geleistet hat, leisten. So etwas lässt mich stark am Guten im Menschen zweifeln. Besonders wenn sich dann auch noch herausstellt, dass in den zuständigen Behörden für das CBM-Projekt vor allem die großen Energieversorger und andere Unternehmen den Ton angeben. Wieder mal haben wir eine Idee, die so gut gemeint war und so seltsame Früchte trägt, dass sie mehr Schaden anrichtet, als sie Nutzen bringt. Ein Projekt zur Verbesserung des Weltklimas wird zu einem Markt, auf dem es nur um den größten Gewinn bei kleinstmöglichen Ausgaben geht.
Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.
Große Unternehmen müssen nämlich seit einiger Zeit Geld dafür bezahlen, dass sie so wunderbar unsere Atmosphäre mit klimawirksamen Gasen füllen können, um es vorsichtig auszudrücken. Diese Zertifikate sind in unseren Breiten recht teuer, was die Konzerne dazu bewegt, sich ihre Zertifikate in der dritten Welt zu holen (wo auch sonst). Wenn sie dann auch noch "gemeinnützige" Projekte starten, erhalten sie in unseren Landen "Freibeträge", die sie kostenlos in die Luft blasen dürfen.
RWE, ein ebenso großer wie berüchtigter Energiekonzern, hat sich z.B. in seiner Großmut dazu herabgelassen, den schicksalsgebeutelten Indern ihre Glühbirnen kostenlos gegen Energiesparlampen umzutauschen. Ein Beauftragter und überzeugter RWEler wurde sogar zur Überprüfung der Vorgänge nach Indien entsandt. Von 300.000 Energiesparlampen sind, nach Stand der Dokumentation, die mich zu diesem Eintrag inspiriert hat, sage und schreibe ganze acht, in Zahlen 8(!) Energiesparlampen in indischen Armenhaushalten gelandet, wofür sich die indische Bevölkerung natürlich auch noch artig bedanken durfte.
Noch besser haben es die Bewohner des kleinen Städtchens, das den bezeichnenden Rekord als dreckigste Stadt Indiens hält:
Mehrere alte Eisenhüttenwerke, die ohne das CBM-Projekt bereits abgerissen worden wären, werden mit Hilfe dieses Projektes wieder rentabel und schleudern weiterhin Staub in die Luft, der die umliegenden Felder der Anwohner schwarz verfärbt und ihre Atemwege angreift. Zu arm, um beachtet zu werden, müssen die Menschen auch noch genau in diesen Werken arbeiten, um überhaupt überleben zu können. Die Regierung tut nichts für diese Menschen, während sich der eingangserwähnte RWEler auch noch hinstellt und sagt, dass CBM-Projekt sei zunächst ein Projekt des Klimaschutzes, bei dem es nicht darauf ankomme, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, sondern das Klima zu verbessern. Dem sei es schließlich egal, ob in den Entwicklungsländern oder Industrienationen CO2 eingespart werde. Klimaschützer bemängeln aber bereits das, das Projekt spare in keiner Weise CO2 ein, sondern schichte es lediglich um.
Der RWEler legte übrigens besonderen Wert darauf, dass das englische Wort "allowence" mit Zertifikat und nicht Recht übersetzt werde, weil es sich schließlich um ein "Abgaszertifikat" und nicht "Verschmutzungsrecht" handele. Seiner Auffassung nach, sei ein Verschmutzungsrecht für Schmutz oder Dreck und CO2 sei ja offensichtlich kein Schmutz, sondern lediglich ein Gas, das jeder einatme.
Mittlerweile gibt es regelrechte CBM-Börsen auf denen sich die Entwicklungsländer und ihre "Zertifkat"-Preise vorstellen, wobei sie noch gegeneinander um die Gunst der großen Konzerne buhlen müssen.
Wieder einmal haben wir die Situation, dass die Entwicklungsländer ihr letztes Hemd, sofern sie noch eins besitzen, geben müssen, um auch nur ein wenig Zuwendung der reichen, fetten Industrienationen zu bekommen, die sich dann auch noch solche Aussagen, wie sie sich der RWE-Abgesandte geleistet hat, leisten. So etwas lässt mich stark am Guten im Menschen zweifeln. Besonders wenn sich dann auch noch herausstellt, dass in den zuständigen Behörden für das CBM-Projekt vor allem die großen Energieversorger und andere Unternehmen den Ton angeben. Wieder mal haben wir eine Idee, die so gut gemeint war und so seltsame Früchte trägt, dass sie mehr Schaden anrichtet, als sie Nutzen bringt. Ein Projekt zur Verbesserung des Weltklimas wird zu einem Markt, auf dem es nur um den größten Gewinn bei kleinstmöglichen Ausgaben geht.
Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.
Samstag, 6. Juni 2009
Wenn einer eine Reise tut...oder die Lust am zitieren berühmter Zitate
Nun steh' ich hier ich armer Tor und bin doch klüger als wie zuvor:
Reisen und Lesen bilden, heißt es. Getreu dieser Satzung war ich die letzten drei Tage in Berlin, Jahrgangsfahrt. Es war sehr interessant, auch zum zweiten Mal. Diesmal war ich sogar alt genug, um mir der bedeutungsschweren Orte bewusst zu sein, die ich besucht oder zumindest im Vorbeifahren gesehen habe. Am Abend, an dem wir ankamen, haben wir eine "Stadtrundfahrt" gemacht. An der Siegessäule mit der "Goldelse" vorbei, an der britischen Botschaft, Bellevue und dem Reichstagsgebäude vorbei zum Berliner Dom. Von da aus zum Roten Rathaus, das ich nebenbei bemerkt sehr schön finde, und ins Nikolai-Viertel. Der nächste Tag ging interessant weiter: Zunächst ein Besuch im Bundestag mit Führung durch die Ebenen des Gebäudes (leider keine Plenarsitzung zu beobachten gewesen) und einer Fragestunde mit unserer Wahlkreisabgeordneten der CDU.
Danach der Besuch im Haus der Geschichte und abschließend ein Abend in der "Distel", ein Kabarett. Am letzten Tag dann ein Besuch beim Mauerabschnitt Bernauer Straße.
Die drei Tage waren zu kurz, aber vollbepackt mit interessanten Stationen und eine echte Bereicherung für meinen Horizont. Es blieb sogar Zeit ihn kulinarisch zu erweitern. Einigen wird bekannt sein, dass es eine Imbissbude in Berlin gibt, die es sogar zum eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht hat: "Konnopke". Dort soll es die beste Currywurst geben. Da wir, vier Freunde von mir und ich, diesem Gerücht auf den Grund gehen wollten, haben wir zunächst eine Currywurst bei der Staatsoper gegessen, dann "Unter den Linden" und schließlich bei Konnopke. Nach einhelliger Meinung war die bei Konnopke tatsächlich die beste. Sowohl in den Kategorien "Wurst", die sich mit der Größe der Wurst und der Pellenlosgikeit, wie es original sein soll, beschäftigt, und dem Ambiente. Das musste natürlich "großstadtmäßig" ausfallen, also an einer vielbefahrenen Straße und vielen Menschen, was durch den Standort unter der U-Bahnbrücke noch verbessert wurde. Konnopke gewann auch den Punkt "Service", keine zwei Minuten nach Bestellung und jeder hatte seine Wurst, außerdem konnte man sich je nach Geschmack die Schärfe der Soße aussuchen, von "himmlisch" bis "höllisch" war alles dabei. So hatte sich auch die dreiviertelstündige Anfahrt gelohnt, uns fiel nämlich erst hinterher auf, dass wir eigentlich in zehn Minuten hätten da sein können. Was mich zu meinem nächsten Kompliment bringt: Die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich habe selten eine Stadt gesehen, in der man so schnell von einem Ort und zurück kommt. Zwei Ringbus- und -bahnlinien haben uns schnell zu unserer Herberge und zu jeder wichtigen Sehenswürdigkeit gebracht. Meine persönlichen Favoriten waren dabei der Bundestag, den ich gern nochmal in "Aktion" sehen würde, und die Distel, die ein ausgezeichnetes Programm dargeboten hat.
Es sei also von hier aus empfohlen, sich unsere Bundeshauptstadt mal näher als über die Tagesschau anzuschauen.
Was das ganze mit der Lust am Zitieren zu tun hat, wissen leider nur die, die mit auf der Fahrt waren, und die, die die ersten Zeilen aufmerksam genug gelesen haben.
Reisen und Lesen bilden, heißt es. Getreu dieser Satzung war ich die letzten drei Tage in Berlin, Jahrgangsfahrt. Es war sehr interessant, auch zum zweiten Mal. Diesmal war ich sogar alt genug, um mir der bedeutungsschweren Orte bewusst zu sein, die ich besucht oder zumindest im Vorbeifahren gesehen habe. Am Abend, an dem wir ankamen, haben wir eine "Stadtrundfahrt" gemacht. An der Siegessäule mit der "Goldelse" vorbei, an der britischen Botschaft, Bellevue und dem Reichstagsgebäude vorbei zum Berliner Dom. Von da aus zum Roten Rathaus, das ich nebenbei bemerkt sehr schön finde, und ins Nikolai-Viertel. Der nächste Tag ging interessant weiter: Zunächst ein Besuch im Bundestag mit Führung durch die Ebenen des Gebäudes (leider keine Plenarsitzung zu beobachten gewesen) und einer Fragestunde mit unserer Wahlkreisabgeordneten der CDU.
Danach der Besuch im Haus der Geschichte und abschließend ein Abend in der "Distel", ein Kabarett. Am letzten Tag dann ein Besuch beim Mauerabschnitt Bernauer Straße.
Die drei Tage waren zu kurz, aber vollbepackt mit interessanten Stationen und eine echte Bereicherung für meinen Horizont. Es blieb sogar Zeit ihn kulinarisch zu erweitern. Einigen wird bekannt sein, dass es eine Imbissbude in Berlin gibt, die es sogar zum eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht hat: "Konnopke". Dort soll es die beste Currywurst geben. Da wir, vier Freunde von mir und ich, diesem Gerücht auf den Grund gehen wollten, haben wir zunächst eine Currywurst bei der Staatsoper gegessen, dann "Unter den Linden" und schließlich bei Konnopke. Nach einhelliger Meinung war die bei Konnopke tatsächlich die beste. Sowohl in den Kategorien "Wurst", die sich mit der Größe der Wurst und der Pellenlosgikeit, wie es original sein soll, beschäftigt, und dem Ambiente. Das musste natürlich "großstadtmäßig" ausfallen, also an einer vielbefahrenen Straße und vielen Menschen, was durch den Standort unter der U-Bahnbrücke noch verbessert wurde. Konnopke gewann auch den Punkt "Service", keine zwei Minuten nach Bestellung und jeder hatte seine Wurst, außerdem konnte man sich je nach Geschmack die Schärfe der Soße aussuchen, von "himmlisch" bis "höllisch" war alles dabei. So hatte sich auch die dreiviertelstündige Anfahrt gelohnt, uns fiel nämlich erst hinterher auf, dass wir eigentlich in zehn Minuten hätten da sein können. Was mich zu meinem nächsten Kompliment bringt: Die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich habe selten eine Stadt gesehen, in der man so schnell von einem Ort und zurück kommt. Zwei Ringbus- und -bahnlinien haben uns schnell zu unserer Herberge und zu jeder wichtigen Sehenswürdigkeit gebracht. Meine persönlichen Favoriten waren dabei der Bundestag, den ich gern nochmal in "Aktion" sehen würde, und die Distel, die ein ausgezeichnetes Programm dargeboten hat.
Es sei also von hier aus empfohlen, sich unsere Bundeshauptstadt mal näher als über die Tagesschau anzuschauen.
Was das ganze mit der Lust am Zitieren zu tun hat, wissen leider nur die, die mit auf der Fahrt waren, und die, die die ersten Zeilen aufmerksam genug gelesen haben.
Samstag, 16. Mai 2009
Freiheit?!
Google spuckt für den Suchbegriff "Freiheit" 13.200.000 Ergebnisse aus. Nicht schlecht.
Für "freier Wille" sind es nur noch 172.000. Als nun am vergangenen Freitag das Thema der Philosophiestunde "Freiheit" war, wollte ich das mal wissen. Gerade weil ein Typ namens Schopenhauer auf die Idee kommt, dass das sowieso Humbug sei.
Schließlich sei der Mensch weder frei in seinen Handlungen, noch in seinem Willen. Die einzige Freiheit, die er besitze, sei die, sich darüber klar werden zu dürfen, welche Motive ihn zu dieser oder jener Entscheidung getrieben haben.
Eine ziemlich betrübliche Sichtweise, finde ich. Aber wenn ich mir dann überlege, dass wir aus weitestgehend instinktgesteuerten Wesen hervorgegangen sind, gar nicht so unwahrscheinlich. Einige Wissenschaftler sind ja auch schon dabei zu beweisen, dass der viel beschworene "freie Wille" eigentlich nur ein komplexes System chemischer Prozesse ist, das also auch irgendwie gesteuert wird, nur eben nicht von uns. Außerdem stellt sich ja die Frage, was überhaupt freier Wille ist? Reicht es schon, wenn man über seine Handlung nachdenken kann, überhaupt denken kann? Oder sollte man frei von jedem Motiv, jedem Gefühl, jedem äußeren und inneren Einfluss handeln können, damit der Wille tatsächlich frei ist? Ich denke zweiteres ist sicher nicht der Fall, zwar könnte man dann wohl von einem freien Willen im wörtlichen Sinne reden, aber wozu sollte es gut sein, einen Willen zu besitzen, der sich völlig unabhängig bewegt? Was macht der Mensch wenn er zwar die Einflüsse spürt, der Wille sich bei seiner Entscheidung aber nicht darum schert?
Gehen wir mal davon aus, der freie Wille existiert. Was ändert sich dann?
Bei vielen wohl herzlich wenig, weil sie sich selten frei entscheiden, sondern von äußeren Einflüssen lenken lassen, ohne auch nur darüber nachzudenken, warum sie das tun. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass die Werbeindustrie Psychologen beschäftigt, die Methoden austüfteln, den freien Willen, so es ihn denn gibt, zu manipulieren. Wenn es den freien Willen nicht gibt, tja, dann kann man sich mit dem Gefühl von Niedergeschlagenheit zu Arthur setzen und sich mit ihm Gedanken machen, warum man zu ihm gegangen ist, weil das das Einzige ist, was einem dann noch zu tun frei bleibt.
Ich hoffe es gibt den freien Willen, aber welche dabei die Motive sind, die mich zu dieser Hoffnung bringen, darüber muss ich mir jetzt erst noch Gedanken machen.
Für "freier Wille" sind es nur noch 172.000. Als nun am vergangenen Freitag das Thema der Philosophiestunde "Freiheit" war, wollte ich das mal wissen. Gerade weil ein Typ namens Schopenhauer auf die Idee kommt, dass das sowieso Humbug sei.
Schließlich sei der Mensch weder frei in seinen Handlungen, noch in seinem Willen. Die einzige Freiheit, die er besitze, sei die, sich darüber klar werden zu dürfen, welche Motive ihn zu dieser oder jener Entscheidung getrieben haben.
Eine ziemlich betrübliche Sichtweise, finde ich. Aber wenn ich mir dann überlege, dass wir aus weitestgehend instinktgesteuerten Wesen hervorgegangen sind, gar nicht so unwahrscheinlich. Einige Wissenschaftler sind ja auch schon dabei zu beweisen, dass der viel beschworene "freie Wille" eigentlich nur ein komplexes System chemischer Prozesse ist, das also auch irgendwie gesteuert wird, nur eben nicht von uns. Außerdem stellt sich ja die Frage, was überhaupt freier Wille ist? Reicht es schon, wenn man über seine Handlung nachdenken kann, überhaupt denken kann? Oder sollte man frei von jedem Motiv, jedem Gefühl, jedem äußeren und inneren Einfluss handeln können, damit der Wille tatsächlich frei ist? Ich denke zweiteres ist sicher nicht der Fall, zwar könnte man dann wohl von einem freien Willen im wörtlichen Sinne reden, aber wozu sollte es gut sein, einen Willen zu besitzen, der sich völlig unabhängig bewegt? Was macht der Mensch wenn er zwar die Einflüsse spürt, der Wille sich bei seiner Entscheidung aber nicht darum schert?
Gehen wir mal davon aus, der freie Wille existiert. Was ändert sich dann?
Bei vielen wohl herzlich wenig, weil sie sich selten frei entscheiden, sondern von äußeren Einflüssen lenken lassen, ohne auch nur darüber nachzudenken, warum sie das tun. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass die Werbeindustrie Psychologen beschäftigt, die Methoden austüfteln, den freien Willen, so es ihn denn gibt, zu manipulieren. Wenn es den freien Willen nicht gibt, tja, dann kann man sich mit dem Gefühl von Niedergeschlagenheit zu Arthur setzen und sich mit ihm Gedanken machen, warum man zu ihm gegangen ist, weil das das Einzige ist, was einem dann noch zu tun frei bleibt.
Ich hoffe es gibt den freien Willen, aber welche dabei die Motive sind, die mich zu dieser Hoffnung bringen, darüber muss ich mir jetzt erst noch Gedanken machen.
Dienstag, 28. April 2009
Die schönste Blume
Die schönste Blume,die ich je sah,
sie blühte nur ein halbes Jahr.
Sie wuchs fernab des Lichts
in Dunkelheit,
und als ich sie dem Lichte zeigte,
nicht die Sonnenwärme sie erreichte,
sondern Windeskälte.
So erfror sie und verblich,
bis auf die Wurzeln, die aus tiefster Tiefe rühren,
die vielleicht einmal der Sonne Wärme spüren.
sie blühte nur ein halbes Jahr.
Sie wuchs fernab des Lichts
in Dunkelheit,
und als ich sie dem Lichte zeigte,
nicht die Sonnenwärme sie erreichte,
sondern Windeskälte.
So erfror sie und verblich,
bis auf die Wurzeln, die aus tiefster Tiefe rühren,
die vielleicht einmal der Sonne Wärme spüren.
Samstag, 25. April 2009
Guten Appetit?!
"Kauf dir da besser keine Pizza", sagte sie als wir am Bahnhof standen. "Tu ich auch nicht", antwortete ich. "Die benutzen angeblich Analogkäse", erklärte sie weiter. Nun stutzte ich, denn dieses Wort hatte ich bis dahin nicht gehört: "Bitte was ist "Analogkäse" ?" Tja, Käse besteht, nach aktuellem Gesetz, aus 100% Milch. Analogkäse hingegen aus Wasser, Eiweiß und Pflanzenöl sowie dem Aroma für den entsprechenden Käse.
Danach war mir noch weniger nach einer Pizza dieses Ladens. "Das ist aber leider nicht der einzige Laden", warnte sie. "Das machen jetzt viele." Abgesehen von der Tatsache, dass ich es wissenschaftlich interessant finde, dass man Käse nicht immer aus Milch machen muss, finde ich es vor allem abstoßend, zu wissen, dass jemand auf die Idee kommt, Käse, durch Fett zu ersetzen. Natürlich enthält Käse auch Fett, aber eben nur "enthält". Außerdem finde ich es bedenklich, wenn solch eine Erfindung nicht deklariert wird. Hätte ein rühriges Fernsehmagazin des ZDF dies nicht publik zu machen versucht, dann wüsste ich immer noch nicht, dass nicht alles Käse ist, was auf einer Pizza zerfließt.
Als wir am Gleis stehen kommt eine Frau vorbei. Sie hält eine Pizza in der Hand und eine Serviette mit dem Logo des Ladens, von dem wir zuvor sprachen. Na, dann: "Guten Appetit!"
Danach war mir noch weniger nach einer Pizza dieses Ladens. "Das ist aber leider nicht der einzige Laden", warnte sie. "Das machen jetzt viele." Abgesehen von der Tatsache, dass ich es wissenschaftlich interessant finde, dass man Käse nicht immer aus Milch machen muss, finde ich es vor allem abstoßend, zu wissen, dass jemand auf die Idee kommt, Käse, durch Fett zu ersetzen. Natürlich enthält Käse auch Fett, aber eben nur "enthält". Außerdem finde ich es bedenklich, wenn solch eine Erfindung nicht deklariert wird. Hätte ein rühriges Fernsehmagazin des ZDF dies nicht publik zu machen versucht, dann wüsste ich immer noch nicht, dass nicht alles Käse ist, was auf einer Pizza zerfließt.
Als wir am Gleis stehen kommt eine Frau vorbei. Sie hält eine Pizza in der Hand und eine Serviette mit dem Logo des Ladens, von dem wir zuvor sprachen. Na, dann: "Guten Appetit!"
Sonntag, 12. April 2009
Wie kommt das denn hier hin?
Tja, also kommen wir mal to something completly different:
Frühling. Ich möchte vorweg nehmen, dass dies nicht die Thematik ist, für die ich mich sonst interessiere, weswegen ich auch nicht weiß, ob das überhaupt lesenswert wird.
ABER, diese ganze Sonne, die Blüten, Vogelgezwitscher, das ich, im Gegensatz zu manch anderem Zeitgenossen, sehr genieße, der Duft und die damit verbundene bessere Stimmung der Leute, hat mich dazu bewegt, einmal meiner Freude über diese Jahreszeit Ausdruck zu verleihen. Zumindest hat es mich zu einem Versuch gezwungen... Ich habe entgültig die Nase voll gehabt von Regen oder Schnee oder Regen und Schnee gleichzeitig, trockener oder nasser Kälte mit und ohne Wind und dergleichen. Nicht, das ich einen Groll gegen den Winter hege, im Gegenteil, ich mag Schnee, wenn er länger liegen bleibt als zwei Stunden. Trotzdem finde ich es immer wieder befreiend, wenn die Kälte der Wärme weicht. Die Leute kommen langsam aus ihren Höhlen, pardon, Häusern gekrochen und fangen an, ihren Tag draußen zu verbringen. Man begegnet nicht nur mehr Menschen, nein, man hat sogar große Chancen, ein lächelndes Gesicht zu sehen und ein "Guten Tag" zu hören. Endlich darf man wieder Fahrrad fahren und anderen Sport treiben. Wäre da nicht die Geißel, die sich anschickt mir diese schöne Zeit zur schlimmeren Hälfte des Jahres zu machen:
Gartenarbeit. Die schlimmste aller Plagen des Sommers und auch des Frühlings, wenn man eine Fläche bewirtschaften muss, die so groß ist, wie die, die ich bearbeiten darf. Nicht nur das man bei "günstiger" Witterung den ganzen Tag arbeitet, sofern nichts Wichtigeres ansteht, nein, spätetestens im nächsten Jahr sind die Spuren des eigenen Schaffens verschwunden. Nun soll es Leute geben, die sich gerne in ihrem Garten austoben. Diesen Leuten sei es gegönnt, aber gezwungener Maßen daran teilzunehmen, wie ich, ist nicht schön. Dennoch werde ich auch dieses Jahr daran teilnehmen, das habe irgendwas mit der Vernunft zu tun, habe ich mir sagen lassen.
Doch das wird mich nicht daran hindern, die restliche Zeit, es gibt sie trotz allem noch, zu nutzen. Früher habe ich gerne Waldspaziergänge gemacht (Was man da alles entdecken kann), die jetzt leider entfallen, weil die nahe Umgebung es nicht zulässt, und auch weil ich ehrlicherweise zugeben muss, das mir die Motivation fehlt, etwas weiter wegzufahren. Jedenfalls wird sich etwas finden, um die bevorstehende Zeit zu nutzen und das nicht nur im eigenen Garten. Außerdem kommt, schneller als man meint, die kühle Jahreszeit wieder in der man ins Haus gefesselt ist, wenn das Wetter nicht gerade einen Winterspaziergang zulässt. Aber dann gibt es ja immer noch Bücher und, und und...aber das gehört in eine Idee zum Winter.
Frühling. Ich möchte vorweg nehmen, dass dies nicht die Thematik ist, für die ich mich sonst interessiere, weswegen ich auch nicht weiß, ob das überhaupt lesenswert wird.
ABER, diese ganze Sonne, die Blüten, Vogelgezwitscher, das ich, im Gegensatz zu manch anderem Zeitgenossen, sehr genieße, der Duft und die damit verbundene bessere Stimmung der Leute, hat mich dazu bewegt, einmal meiner Freude über diese Jahreszeit Ausdruck zu verleihen. Zumindest hat es mich zu einem Versuch gezwungen... Ich habe entgültig die Nase voll gehabt von Regen oder Schnee oder Regen und Schnee gleichzeitig, trockener oder nasser Kälte mit und ohne Wind und dergleichen. Nicht, das ich einen Groll gegen den Winter hege, im Gegenteil, ich mag Schnee, wenn er länger liegen bleibt als zwei Stunden. Trotzdem finde ich es immer wieder befreiend, wenn die Kälte der Wärme weicht. Die Leute kommen langsam aus ihren Höhlen, pardon, Häusern gekrochen und fangen an, ihren Tag draußen zu verbringen. Man begegnet nicht nur mehr Menschen, nein, man hat sogar große Chancen, ein lächelndes Gesicht zu sehen und ein "Guten Tag" zu hören. Endlich darf man wieder Fahrrad fahren und anderen Sport treiben. Wäre da nicht die Geißel, die sich anschickt mir diese schöne Zeit zur schlimmeren Hälfte des Jahres zu machen:
Gartenarbeit. Die schlimmste aller Plagen des Sommers und auch des Frühlings, wenn man eine Fläche bewirtschaften muss, die so groß ist, wie die, die ich bearbeiten darf. Nicht nur das man bei "günstiger" Witterung den ganzen Tag arbeitet, sofern nichts Wichtigeres ansteht, nein, spätetestens im nächsten Jahr sind die Spuren des eigenen Schaffens verschwunden. Nun soll es Leute geben, die sich gerne in ihrem Garten austoben. Diesen Leuten sei es gegönnt, aber gezwungener Maßen daran teilzunehmen, wie ich, ist nicht schön. Dennoch werde ich auch dieses Jahr daran teilnehmen, das habe irgendwas mit der Vernunft zu tun, habe ich mir sagen lassen.
Doch das wird mich nicht daran hindern, die restliche Zeit, es gibt sie trotz allem noch, zu nutzen. Früher habe ich gerne Waldspaziergänge gemacht (Was man da alles entdecken kann), die jetzt leider entfallen, weil die nahe Umgebung es nicht zulässt, und auch weil ich ehrlicherweise zugeben muss, das mir die Motivation fehlt, etwas weiter wegzufahren. Jedenfalls wird sich etwas finden, um die bevorstehende Zeit zu nutzen und das nicht nur im eigenen Garten. Außerdem kommt, schneller als man meint, die kühle Jahreszeit wieder in der man ins Haus gefesselt ist, wenn das Wetter nicht gerade einen Winterspaziergang zulässt. Aber dann gibt es ja immer noch Bücher und, und und...aber das gehört in eine Idee zum Winter.
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