Wie manch anderer aus unserer Mitte war auch ich dem Irrglauben aufgesessen, mein Immunsystem wäre unbezwingbar. Doch am letzten Wochenende wurde ich auf eindrucksvolle Weise eines Besseren belehrt.
Es begann an einem Freitag wie jeder andere, nein, das stimmt so nicht, er war nicht wie jeder andere Freitag, das ist nebenbei bemerkt ja sowieso nur eine Formulierung für solche Personen, die nicht in der Lage sind ihre Augen weit genug zu öffnen, um das Besondere eines Freitages zu erkennen.
Nun wie auch immer, die Welt machte es mir an diesem Freitag einfach, den prägenden Unterschied zu allen anderen Freitagen meines Lebens zu finden. Ja, natürlich, haha, war das Datum im Gegensatz zu allen anderen Freitagen ein anderes, viel wichtiger war jedoch die Tatsache, dass ich hier meine zweite Klausur in diesem Semester in einem Leistungskurs schreiben musste. Deutsch, im Prinzip kein Problem. Die Probleme begannen erst etwa eine Stunde später.
Mathe-Grundkurs...ja, ich weiß. Aber das war noch nicht Alles. Zu diesem Übel kam noch der Umstand hinzu, dass dies die letzte Stunde vor der Klausur war. Und auch das war noch nicht das Schlimmste. Das war das Gefühl, das irgendein böser Kobold hartnäckig versuchte, meinen Kopf mit einem sehr großen Hammer in seine Einzelteile zu zerlegen.
Die ohnehin angeschlagene Konzentrationsfähigkeit, und ich hatte ehrlich versucht, diese aufzubringen, war dahin. Nach quälenden 90 Minuten endete auch diese Phase und ich durfte mich auf die Heimfahrt machen.
Dort angekommen verschwendete ich keine Zeit und verzog mich in das Einzige, das nicht bedrohlich vor meinen Augen schwankte:
Mein Bett. Nach mehreren Stunden Schlaf würde dieser unliebsame Zwischenfall sicher ein Ende gefunden haben. Es war bestimmt nur ein Stau an euphorischen Botenstoffen, die meinem Gehirn alle gleichzeitig Bescheid sagen wollten, dass sowohl eine wichtige Klausur, mit einem guten Gefühl abgegeben, hinter- und ein ganzes Wochenende vor mir lag. Nach einem recht angenehmen Schlaf versuchte ich, aus dem Bett zu kommen. Allerdings schien der böse Kobold darauf gewartet zu haben, um mir einen weiteren "RUMMS" Schlag mit seinem Hammer verpassen zu können. Ich sank zurück und dachte darüber nach, wieso der Stau der Botenstoffe sich nicht inzwischen hatte auflösen können. Klar, trockene Fahrbahn, Botenstoffe kleben fest, zwei Gläser Wasser sollten das Problem beheben können. Und dann nichts wie ran an den Stoff für die nächste anstehende Klausur, Politik-LK am Montag.
Nachdem der Kobold irgendwie seinen Hammer verloren hatte, stattdessen nur noch mit einem Gürtel, den er ein wenig zu eng um meinen Kopf geschnallt zu haben schien, bewaffnet war, ging ich also ans Werk. Doch die Konzentration blieb aus. Nachdem ich zum dritten Mal den ersten Absatz über den UNO-Einsatz in Darfur gelesen hatte, gab ich auf. Ich verbrachte den Rest des frühen Abends mit Verwünschungen über den vermaledeiten Kobold, der augenscheinlich seinen Hammer wiedergefunden hatte. Um mich ein wenig von dessen Treiben abzulenken, beschloss ich Fernsehen zu schauen. Und da zeigte sich geradezu prophetisch auf Tele5 "Tim Burton's The Corpse Bride", ein Film, der ohne meine Voraussetzungen als grandios kongruent in Gehalt und Gestalt ( ;) ) und eine echte Leistung beurteilt werden hätte müssen, in Anbetracht meines Zustandes jedoch schon einen gewissen Galgenhumor erforderte. Nichtsdestotrotz ein gelungener Film, den ich mir gern angeschaut habe.
Das der Film schon um 21:45 enden sollte, überraschte mich zunächst, war mir aber dann doch recht, weil der böse Kobold seine Freunde eingeladen zu haben schien. Ich wechselte zitternd von meinem Platz unter der Decke auf dem Sofa an den anderen Platz unter der Decke in meinem Bett. Die Nacht bestand aus Momenten eisiger Kälte, in denen mich irgendein anderer Kobold ins Eisfach gesteckt zu haben schien, und glühender Hitze, in denen ein weiterer Kobold seinem Freund die Vorzüge eines Dampfkochtopfes vorzuführen beschlossen hatte. Das Gefühl des völligen Ausgedörrtseins musste einem zusätzlichen Kobold große Freude bereiten, denn auch dieses plagte mich mehrmals.
Am nächsten Morgen raffte ich mich zu einem Brötchen auf, um schleunigst wieder ins Bett zu verschwinden. Der nun folgende Schlaf war wieder von meinem ersten Peiniger begleitet, oder er war nie weg nur hinter seinen anderen Freunden verborgen? In kurzen wachen Momenten las ich, was für die Politikklausur von Belang hätte sein können. Ich stellte nun fest, dass der erste Kobold auch auf meine Augen eindrosch, die sich nun immer häufiger weigerten, offen zu bleiben. Der Dampfkochtopf erfreute sich währenddessen wachsender Beliebtheit. Am Abend war immer noch kein Appetit in Sicht und so schlief ich einfach bis zum nächsten Morgen durch.
Am Sonntagmorgen hatte ich endlich einen Weg aus dem Topf gefunden. Auch war mir auf einmal aufgegangen, dass ich an diesem Tag einen Freund hatte treffen wollen, mit dem ich Vorkehrungen für die herannahende Matheklausur treffen wollte. Ich musste mich entscheiden, abzusagen, interesannterweise erhielt ich in dem Moment, da ich ihn anrief, von ihm den Hinweis, das er gerade mich hatte anrufen wollen, um dasselbe in die Wege zu leiten. So verbrachte ich den Tag mit weiterem Politikstudium, bis mich die Idee befiel, ein wenig noch zu entspannen, um die Kobolde, die anderweitig beschäftigt schienen, nicht wieder auf mich aufmerksam zu machen. Besonders der mit dem Hammer sollte bloß wegbleiben. So kam es und meine einsetzende Genesung wurde von "WALL-E" unterstützt, den ich endlich, nach Jahren des bloßen "Höhrensagens" selbst sehen konnte. Ein Erlebnis.
Inzwischen glaube ich, bin ich sowohl von all den fiesen Kobolden, wobei mir einer wohl noch im Halse steckt, als auch von der Fieberwahnvorstellung, unkrankbar zu sein, genesen. Ich wünsche allen in diesem Sinne eine gute Besserung!
Montag, 15. März 2010
Freitag, 26. Februar 2010
Zwei Dinge
"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir nicht sicher." - Albert Einstein
Zwei Dinge sind menschlich: Irren und das Geld. Ich glaube, dass diese beiden Dinge sehr eng miteinander verknüpft sind. Es ist doch schließlich sehr erstaunlich, das der Mensch eine allein auf seinem Verstand beruhende Kreation ihn dermaßen kontrollieren lässt, dass er sich nicht mehr von ihr befreien kann oder überhaupt will.
"Geld regiert die Welt" heißt es, und es stimmt! Geld ist so allgegenwärtig, dass selbst jene, die nicht den ganzen Tag damit beschäftigt sind, mehr davon anzuhäufen, nicht darum herumkommen. Geld stinkt zwar nicht, aber es verdirbt den Charakter, zumindest bei sehr vielen Menschen. Wer also ist auf die Idee gekommen, das Konto der Pandora zu öffnen? Wer hat damit angefangen sich einem fiktiven Herrn gegenüber zu versklaven, der doch nichts weiter ist, als ein auf Vereinbarung fußendes Stück Papier, dass nicht satt machen kann? Das ganz im Gegenteil einen unstillbaren Hunger in den Menschen weckt, den sie so sehr sie sich auch mühen mögen, doch nicht stillen können. Sie tun alles, um mehr zu bekommen, sogar wenn das auf Kosten ihrer Umwelt geht. Damit sind natürlich nicht nur die Menschen gemeint.
Aber was könnte man dagegen tun? Gut, ein Tauschhandel Kuh gegen Schwein und einen Wollpullover, wie es ihn einmal gegeben haben mag, ist natürlich unmöglich. Das Geld ist ja auch an sich keine schlechte Einrichtung. Beängstigend ist nur, dass Geld nicht allein einen Gegenwert für das Schwein und den Wollpullover darstellt. Es ist ein Machtmittel, das so großen Einfluss besitzt, dass derjenige, der es sein Eigen nennt, es hortet und vermehren will, auch wenn er weder ein Interesse an Schweinen noch an Wollpullovern, geschweige denn an Kühen hat oder mit seinem Geld mehr davon kaufen könnte als er in seinem Leben braucht. Und nicht nur das, sondern der Egoismus, der sich bestimmt nicht besser zeigen lässt, als an der Eigenart des Menschen sein Geld mit niemandem zu teilen, und wenn, dann weil ihm der andere nahe steht, oder weil er doch noch ein bisschen von seinem Gewissen in einer dunklen Ecke gefunden hat. Die dunkle Ecke, in der es sich verstecken musste, seit der Mensch es als hinderlich beim Gelderwerb empfunden hat.
Zwei Dinge sind menschlich: Irren und das Geld. Ich glaube, dass diese beiden Dinge sehr eng miteinander verknüpft sind. Es ist doch schließlich sehr erstaunlich, das der Mensch eine allein auf seinem Verstand beruhende Kreation ihn dermaßen kontrollieren lässt, dass er sich nicht mehr von ihr befreien kann oder überhaupt will.
"Geld regiert die Welt" heißt es, und es stimmt! Geld ist so allgegenwärtig, dass selbst jene, die nicht den ganzen Tag damit beschäftigt sind, mehr davon anzuhäufen, nicht darum herumkommen. Geld stinkt zwar nicht, aber es verdirbt den Charakter, zumindest bei sehr vielen Menschen. Wer also ist auf die Idee gekommen, das Konto der Pandora zu öffnen? Wer hat damit angefangen sich einem fiktiven Herrn gegenüber zu versklaven, der doch nichts weiter ist, als ein auf Vereinbarung fußendes Stück Papier, dass nicht satt machen kann? Das ganz im Gegenteil einen unstillbaren Hunger in den Menschen weckt, den sie so sehr sie sich auch mühen mögen, doch nicht stillen können. Sie tun alles, um mehr zu bekommen, sogar wenn das auf Kosten ihrer Umwelt geht. Damit sind natürlich nicht nur die Menschen gemeint.
Aber was könnte man dagegen tun? Gut, ein Tauschhandel Kuh gegen Schwein und einen Wollpullover, wie es ihn einmal gegeben haben mag, ist natürlich unmöglich. Das Geld ist ja auch an sich keine schlechte Einrichtung. Beängstigend ist nur, dass Geld nicht allein einen Gegenwert für das Schwein und den Wollpullover darstellt. Es ist ein Machtmittel, das so großen Einfluss besitzt, dass derjenige, der es sein Eigen nennt, es hortet und vermehren will, auch wenn er weder ein Interesse an Schweinen noch an Wollpullovern, geschweige denn an Kühen hat oder mit seinem Geld mehr davon kaufen könnte als er in seinem Leben braucht. Und nicht nur das, sondern der Egoismus, der sich bestimmt nicht besser zeigen lässt, als an der Eigenart des Menschen sein Geld mit niemandem zu teilen, und wenn, dann weil ihm der andere nahe steht, oder weil er doch noch ein bisschen von seinem Gewissen in einer dunklen Ecke gefunden hat. Die dunkle Ecke, in der es sich verstecken musste, seit der Mensch es als hinderlich beim Gelderwerb empfunden hat.
Mittwoch, 17. Februar 2010
Einer der schönsten Tage überhaupt!
Also ich geh als Spielverderber"-anonymer Verfasser-
Baamba...Baamba...Baamba!
Endlich hat das ein Ende. Endlich ist die fünfte Jahreszeit zu Ende. Endlich findet sich am heutigen Tage statt Karnevalssitzungen auf allen Kanälen endlich wieder der "normale" Schwachsinn.
Noch schöner fand' ich aber den Tagestipp meiner TV-Information am gestrigen Tage: Man höre und staune, es handelte sich nicht um "Mainz wie es singt und lacht" oder "Mer lasse de Dom in Kölle", nein, es war eine Reportage über eine Notaufnahme in der Kölner Altstadt, die sich um die Härtefälle des Kölner Karnevals kümmert. Und nein, die Notaufnahme ist kein innovativer Name eines Faschingveranstalters für seine Lokalität und mit den Härtefällen sind auch nicht alle Narren gemeint, sondern jene Jecken, die so jeck waren, dass ihre Feier im Krankenhaus endet. Welch erfrischende Abwechslung in der sonst so eintönigen Fernsehlandschaft, die einem immer und überall krankhaft gute Laune einzuimpfen versucht.
Mal ehrlich, was ist so toll daran, sich in irgendeinen abartigen Fummel zu werfen und besoffen durch die Gegend zu torkeln? Ich meine, sonst stört es die Menschen doch auch nicht, wenn für jeden ersichtlich ist, wer sich da unter Alkoholeinfluss zum Affen macht. Und das wäre ja nicht einmal so schlimm, schließlich soll jeder tun, wovon er denkt, dass er sich nicht zum Narren macht (Baamba...Baam...Sie kennen das ja schon).
Was wirklich Nerven kostet, ist die unausweichliche "Berichterstattung" in den Medienanstalten, die einem so lange das närrische Treiben um die Ohren hauen, bis man sich nur noch wünscht, ganz weit weg zu sein oder wenigstens abschalten zu dürfen. Wer hat diesen Leuten den Floh ins Ohr gesetzt, dass die ganze Welt von Mitte Januar bis Aschermittwoch nichts Anderes interessiert als Karneval.
Gut, wir Norddeutschen werden gern mal als humorlos, verklemmt und abweisend beschrieben, aber wenn die Alternative so aussieht, dann zieh ich doch lieber noch ein bisschen weiter in den Norden auf der Suche nach ein bisschen Meer (Baa...Entschuldigen Sie bitte), ich meinte natürlich mehr trockenem nordischen Humor, der mir ehrlich gesagt, sowieso sehr viel lieber ist.
Baamba...Baamba...Baamba!
Endlich hat das ein Ende. Endlich ist die fünfte Jahreszeit zu Ende. Endlich findet sich am heutigen Tage statt Karnevalssitzungen auf allen Kanälen endlich wieder der "normale" Schwachsinn.
Noch schöner fand' ich aber den Tagestipp meiner TV-Information am gestrigen Tage: Man höre und staune, es handelte sich nicht um "Mainz wie es singt und lacht" oder "Mer lasse de Dom in Kölle", nein, es war eine Reportage über eine Notaufnahme in der Kölner Altstadt, die sich um die Härtefälle des Kölner Karnevals kümmert. Und nein, die Notaufnahme ist kein innovativer Name eines Faschingveranstalters für seine Lokalität und mit den Härtefällen sind auch nicht alle Narren gemeint, sondern jene Jecken, die so jeck waren, dass ihre Feier im Krankenhaus endet. Welch erfrischende Abwechslung in der sonst so eintönigen Fernsehlandschaft, die einem immer und überall krankhaft gute Laune einzuimpfen versucht.
Mal ehrlich, was ist so toll daran, sich in irgendeinen abartigen Fummel zu werfen und besoffen durch die Gegend zu torkeln? Ich meine, sonst stört es die Menschen doch auch nicht, wenn für jeden ersichtlich ist, wer sich da unter Alkoholeinfluss zum Affen macht. Und das wäre ja nicht einmal so schlimm, schließlich soll jeder tun, wovon er denkt, dass er sich nicht zum Narren macht (Baamba...Baam...Sie kennen das ja schon).
Was wirklich Nerven kostet, ist die unausweichliche "Berichterstattung" in den Medienanstalten, die einem so lange das närrische Treiben um die Ohren hauen, bis man sich nur noch wünscht, ganz weit weg zu sein oder wenigstens abschalten zu dürfen. Wer hat diesen Leuten den Floh ins Ohr gesetzt, dass die ganze Welt von Mitte Januar bis Aschermittwoch nichts Anderes interessiert als Karneval.
Gut, wir Norddeutschen werden gern mal als humorlos, verklemmt und abweisend beschrieben, aber wenn die Alternative so aussieht, dann zieh ich doch lieber noch ein bisschen weiter in den Norden auf der Suche nach ein bisschen Meer (Baa...Entschuldigen Sie bitte), ich meinte natürlich mehr trockenem nordischen Humor, der mir ehrlich gesagt, sowieso sehr viel lieber ist.
Donnerstag, 14. Januar 2010
Eine kleine Theoriensammlung
Und hier die Aussichten: In der nächsten Zeit wird es vor allem heiter bis schwachsinnig, mancher Orts kann es aber auch zu Wahnsinn kommen.
Dass das Busfahren an sich sowohl schön als auch grausam sein kann, wurde bereits an anderer Stelle erwähnt, was aber passiert, wenn der alltägliche, einen ständig umgebende Busfahrtwahnsinn übergreift, davon soll hier die Rede sein.
Theorie Nr. 1: "Das Bildungssystem öffentlicher Verkehrsmittel"; am 12.01.2010, 15:43
In unserem Gremium* ist anlässlich einer Beobachtung, die während der Vorbeifahrt an einem Bahnhof gemacht wurde, folgender Beschluss gefasst worden:
Öffentliche Verkehrsmittel besitzen großes Potential als öffentliche Bildungsstätte.
Der Unterricht erfolgte dabei wie folgt:
An jeder ersten Haltestelle einer Strecke steigen neben den Passagieren Lehrkräfte ein, die jene während der Fahrt in ihrem jeweiligen Fachgebiet unterrichten. Bei den unverschämt teuren Preisen für Bahntickets ließe sich mit Sicherheit Geld zur Finanzierung abzweigen. So können noch kurz vor Erreichung des eigentlichen Ziels Qualifikationen erworben werden, die dort benötigt werden. Für die Einteilung ist ja bereits hinreichend gesorgt, abteilweise könnte sich hier für jeden Geschmack der richtige Lehrgang finden lassen. Vor allem die Kompetenz zur Konzentration und zur informativen Wiedergabe des Erlernten würde aufgrund der zusteigenden Passagiere gefördert.
Theorie Nr. 2: "Das Zertreten-Theorem"; Datum und Uhrzeit nicht klar rekonstruierbar
Im Zuge der Diskussion um ein möglichst überzeugendes Argument der Würdezuweisung für Mensch und Tier, hat sich unser Gremium* zu folgendem Entschluss durchgerungen:
Die Würde sowohl von Mensch als auch Tier lässt sich am sogenannten "Zertretenpotential" erkennen. Das Zertretenpotential ist eine Messgröße, die im Vergleich zwischen zwei Spezies Anwendung findet. Ist bspw. Spezies A in der Lage Spezies B zu zertreten, so ist es in der Würdeskala höher anzusiedeln, es ist damit der so genannte "Zertretoar". Ist Spezies A nicht in der Lage dazu, Spezies B aber sehr wohl befähigt A zu zertreten, ist dementsprechend B höher angesiedelt. Damit ist aber auch klar, kann A B nicht zertreten, B aber auch nicht A, so sind sie darauf angewiesen eine weitere Vergleichsspezies zu finden. A und B sind so lange auf ein Niveau zu setzen, dieser Zustand ist als "Unzertretable" definiert.
Ungeklärt ist bisher, wie solche Lebewesen, die nicht in der Lage sind die Bewegung des "Zertretens" auszuführen, zu bewerten sind, offensichtlich scheint jedoch, dass bei einem Gegenüber, dessen Zertretenpotential nicht eindeutig geklärt ist, stets Vorsicht geboten ist, falls dieses sich doch in der Rolle des "Zertretoars" befindet.
Theorie Nr. 3: "Das EBS - oder des Bildungssystems öffentlicher Verkehrsmittel zweiter Teil"; 13.01.2010, 7:52
In Hinblick auf den Bildungsnotstand in unserem Land hat unser Gremium* folgenden Beschluss für notwendig befunden:
Neben den Bahnen werden nun auch Busse zur Fortbildung der Fahrgäste genutzt. Dabei wird eine Einteilung in zwei Bereiche vorgenommen, wir nennen sie hier der Einfachheit halber "vorn" und "hinten". Im "Vorn" wird der Unterricht stattfinden, bei dem der Busfahrer zugleich die Rolle der Lehrkraft einnimmt. Dies mag zunächst gewagt klingen, besticht aber bei genauerer Betrachtung durch seine Vorzüge. Die Lehrkraft oder der Busfahrer im Folgenden "Driving Teacher" genannt, hat in seiner exponierten Position vor allem Überblick über die Sitzreihen des "Vorn", sein Arbeitsplatz hat zudem viele Hilfsmittel der Lehrtätigkeit bereits installiert. Dazu gehören, um nur einige zu nennen, der integrierte Lautsprecher, der es dem Driving Teacher ermöglicht, überall verständlich zu sein und sich nötigenfalls auch den ihm gebührenden Respekt zu verschaffen, ohne sich die Stimmbänder zu ruinieren. Die bisher als "Sonnenschutz" missverstandene Stoffbahn an der Frontscheibe ließe sich als Projektionsfläche nutzen, der Rückspiegel, der bisher nur Übersicht über den Verkehr gewährt ist auch dazu geeignet, um die Schülerschaft im Blick zu behalten und die Situation des "Jetzt, wo er mir den Rücken zuwendet, kann ich ja was Anderes machen" lässt sich so ausschalten.
Im EBS (dem EducatingBusSystem) bietet sich die Chance für einen Neuanfang, bei dem strenge Zulassungsprüfungen einen durchweg qualifizierten Lehrkörper garantieren. Dem gegenüber stünde der mit Nieten durchsetzte Lehrkörper der gewöhnlichen Lehranstalten, was uns auch eine gute Ausgangsposition im Wettbewerb sicherte. Der Beruf des Busfahrers gewinnt darüber hinaus an Attraktivität, was eine zusätzliche Qualitätssteigerung zur Folge hat. Umschulungen motivierter Lehrkräfte gewöhnlicher Lehranstalten, könnten die Erfahrung der Etablierten für das Projekt sichern. Damit wird der allerorts zunehmende Lehrerverdruss der Schüler erstickt und durch Motivation und Freude ersetzt.
Im "Hinten" wird dann für die nicht zu belehrenden seichte Unterhaltung geboten, was einen noch störungsfreieren Unterricht ermöglicht.
*Die Zusammensetzung wird aus offensichtlichen Gründen nicht genannt
Dass das Busfahren an sich sowohl schön als auch grausam sein kann, wurde bereits an anderer Stelle erwähnt, was aber passiert, wenn der alltägliche, einen ständig umgebende Busfahrtwahnsinn übergreift, davon soll hier die Rede sein.
Theorie Nr. 1: "Das Bildungssystem öffentlicher Verkehrsmittel"; am 12.01.2010, 15:43
In unserem Gremium* ist anlässlich einer Beobachtung, die während der Vorbeifahrt an einem Bahnhof gemacht wurde, folgender Beschluss gefasst worden:
Öffentliche Verkehrsmittel besitzen großes Potential als öffentliche Bildungsstätte.
Der Unterricht erfolgte dabei wie folgt:
An jeder ersten Haltestelle einer Strecke steigen neben den Passagieren Lehrkräfte ein, die jene während der Fahrt in ihrem jeweiligen Fachgebiet unterrichten. Bei den unverschämt teuren Preisen für Bahntickets ließe sich mit Sicherheit Geld zur Finanzierung abzweigen. So können noch kurz vor Erreichung des eigentlichen Ziels Qualifikationen erworben werden, die dort benötigt werden. Für die Einteilung ist ja bereits hinreichend gesorgt, abteilweise könnte sich hier für jeden Geschmack der richtige Lehrgang finden lassen. Vor allem die Kompetenz zur Konzentration und zur informativen Wiedergabe des Erlernten würde aufgrund der zusteigenden Passagiere gefördert.
Theorie Nr. 2: "Das Zertreten-Theorem"; Datum und Uhrzeit nicht klar rekonstruierbar
Im Zuge der Diskussion um ein möglichst überzeugendes Argument der Würdezuweisung für Mensch und Tier, hat sich unser Gremium* zu folgendem Entschluss durchgerungen:
Die Würde sowohl von Mensch als auch Tier lässt sich am sogenannten "Zertretenpotential" erkennen. Das Zertretenpotential ist eine Messgröße, die im Vergleich zwischen zwei Spezies Anwendung findet. Ist bspw. Spezies A in der Lage Spezies B zu zertreten, so ist es in der Würdeskala höher anzusiedeln, es ist damit der so genannte "Zertretoar". Ist Spezies A nicht in der Lage dazu, Spezies B aber sehr wohl befähigt A zu zertreten, ist dementsprechend B höher angesiedelt. Damit ist aber auch klar, kann A B nicht zertreten, B aber auch nicht A, so sind sie darauf angewiesen eine weitere Vergleichsspezies zu finden. A und B sind so lange auf ein Niveau zu setzen, dieser Zustand ist als "Unzertretable" definiert.
Ungeklärt ist bisher, wie solche Lebewesen, die nicht in der Lage sind die Bewegung des "Zertretens" auszuführen, zu bewerten sind, offensichtlich scheint jedoch, dass bei einem Gegenüber, dessen Zertretenpotential nicht eindeutig geklärt ist, stets Vorsicht geboten ist, falls dieses sich doch in der Rolle des "Zertretoars" befindet.
Theorie Nr. 3: "Das EBS - oder des Bildungssystems öffentlicher Verkehrsmittel zweiter Teil"; 13.01.2010, 7:52
In Hinblick auf den Bildungsnotstand in unserem Land hat unser Gremium* folgenden Beschluss für notwendig befunden:
Neben den Bahnen werden nun auch Busse zur Fortbildung der Fahrgäste genutzt. Dabei wird eine Einteilung in zwei Bereiche vorgenommen, wir nennen sie hier der Einfachheit halber "vorn" und "hinten". Im "Vorn" wird der Unterricht stattfinden, bei dem der Busfahrer zugleich die Rolle der Lehrkraft einnimmt. Dies mag zunächst gewagt klingen, besticht aber bei genauerer Betrachtung durch seine Vorzüge. Die Lehrkraft oder der Busfahrer im Folgenden "Driving Teacher" genannt, hat in seiner exponierten Position vor allem Überblick über die Sitzreihen des "Vorn", sein Arbeitsplatz hat zudem viele Hilfsmittel der Lehrtätigkeit bereits installiert. Dazu gehören, um nur einige zu nennen, der integrierte Lautsprecher, der es dem Driving Teacher ermöglicht, überall verständlich zu sein und sich nötigenfalls auch den ihm gebührenden Respekt zu verschaffen, ohne sich die Stimmbänder zu ruinieren. Die bisher als "Sonnenschutz" missverstandene Stoffbahn an der Frontscheibe ließe sich als Projektionsfläche nutzen, der Rückspiegel, der bisher nur Übersicht über den Verkehr gewährt ist auch dazu geeignet, um die Schülerschaft im Blick zu behalten und die Situation des "Jetzt, wo er mir den Rücken zuwendet, kann ich ja was Anderes machen" lässt sich so ausschalten.
Im EBS (dem EducatingBusSystem) bietet sich die Chance für einen Neuanfang, bei dem strenge Zulassungsprüfungen einen durchweg qualifizierten Lehrkörper garantieren. Dem gegenüber stünde der mit Nieten durchsetzte Lehrkörper der gewöhnlichen Lehranstalten, was uns auch eine gute Ausgangsposition im Wettbewerb sicherte. Der Beruf des Busfahrers gewinnt darüber hinaus an Attraktivität, was eine zusätzliche Qualitätssteigerung zur Folge hat. Umschulungen motivierter Lehrkräfte gewöhnlicher Lehranstalten, könnten die Erfahrung der Etablierten für das Projekt sichern. Damit wird der allerorts zunehmende Lehrerverdruss der Schüler erstickt und durch Motivation und Freude ersetzt.
Im "Hinten" wird dann für die nicht zu belehrenden seichte Unterhaltung geboten, was einen noch störungsfreieren Unterricht ermöglicht.
*Die Zusammensetzung wird aus offensichtlichen Gründen nicht genannt
Freitag, 8. Januar 2010
Hörenswert
Ich bin kein Hip-Hop-Fan, aber das gefällt mir und zwar nicht nur, weil ich ihn persöhnlich kenne, sondern weil er gute Musik macht.
Also sage ich Ihnen: Wenn Sie "Wortlos" verpasst haben, dann ist hier Ihre Chance.
Wenn Sie bereits "Wortlos" gehört haben, dann wissen Sie ja, was Sie zu verpassen drohen.
Endlich ist es da:
Notas' neues Album "Teufelsjunge", runterladen und hören!
http://www.myspace.com/notasmusic
Also sage ich Ihnen: Wenn Sie "Wortlos" verpasst haben, dann ist hier Ihre Chance.
Wenn Sie bereits "Wortlos" gehört haben, dann wissen Sie ja, was Sie zu verpassen drohen.
Endlich ist es da:
Notas' neues Album "Teufelsjunge", runterladen und hören!
http://www.myspace.com/notasmusic
Montag, 7. Dezember 2009
Weihnachtsstimmung
"Von drauß vom Walde komm' ich her; Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!"*1
"Oh nein, nicht schon wieder! Geh bloß weg!"
Manch einer möchte das wohl dem lieben Ruprecht entgegenschleudern, wenn er sich mal wieder seit Ende September überall mit Weihnachtsdekoration und Christ-Stollen konfrontiert sieht.
Coca Colas Weihnachtsmann prostet einem zu und erschrickt kleine Kinder im Supermarkt mit einem sich selbstständig machenden weißen Rauschebart oder einer Alkoholfahne.
Wer will denn heute noch aus christlicher Überzeugung Weihnachten feiern? Kaum einer.
Nicht umsonst ist vom "Weihnachtsgeschäft" die Rede, in das der Einzelhandel jedes Jahr große Hoffnungen setzt. Man sitzt da und schaut ungläubig zu, wie sich die ganze Welt ins Getümmel stürzt, die ganz Harten auch noch am 24. Dezember, um das Weihnachtsgeschenk zu ergattern, das hinterher eh keiner haben wollte ("Schon wieder eine Krawatte?"). Streit um die "Heimdeko" kommt noch hinzu, denn "früher war mehr Lametta"*2, aber dieses Jahr muss es nun mal ein grüner und natürlicher Baum sein. Die Beleuchtung in, am und ums Haus verbraucht einen Haufen Strom und damit Geld. Der Dachboden wird einmal mehr geplündert und man beginnt sich zu fragen, warum man den ganzen kitschigen Mist überhaupt aufgehoben hat. Und dann fällt es einem wieder ein: Für die ganze bucklige Verwandschaft, die man jedes Jahr wieder zu ertragen gezwungen ist und ihr dabei zuschauen kann, wie sie einem die letzten Haare vom Kopf frisst.
Als wäre das Alles noch nicht schlimm genug, ist die Floskel "weiße Weihnacht" in der heutigen Zeit weiter von der Realität entfernt als je zuvor. Außerdem, mal ehrlich, wer will schon Schnee in der Bude haben, egal zu welcher Jahreszeit?
"Oh nein, nicht schon wieder! Geh bloß weg!"
Manch einer möchte das wohl dem lieben Ruprecht entgegenschleudern, wenn er sich mal wieder seit Ende September überall mit Weihnachtsdekoration und Christ-Stollen konfrontiert sieht.
Coca Colas Weihnachtsmann prostet einem zu und erschrickt kleine Kinder im Supermarkt mit einem sich selbstständig machenden weißen Rauschebart oder einer Alkoholfahne.
Wer will denn heute noch aus christlicher Überzeugung Weihnachten feiern? Kaum einer.
Nicht umsonst ist vom "Weihnachtsgeschäft" die Rede, in das der Einzelhandel jedes Jahr große Hoffnungen setzt. Man sitzt da und schaut ungläubig zu, wie sich die ganze Welt ins Getümmel stürzt, die ganz Harten auch noch am 24. Dezember, um das Weihnachtsgeschenk zu ergattern, das hinterher eh keiner haben wollte ("Schon wieder eine Krawatte?"). Streit um die "Heimdeko" kommt noch hinzu, denn "früher war mehr Lametta"*2, aber dieses Jahr muss es nun mal ein grüner und natürlicher Baum sein. Die Beleuchtung in, am und ums Haus verbraucht einen Haufen Strom und damit Geld. Der Dachboden wird einmal mehr geplündert und man beginnt sich zu fragen, warum man den ganzen kitschigen Mist überhaupt aufgehoben hat. Und dann fällt es einem wieder ein: Für die ganze bucklige Verwandschaft, die man jedes Jahr wieder zu ertragen gezwungen ist und ihr dabei zuschauen kann, wie sie einem die letzten Haare vom Kopf frisst.
Als wäre das Alles noch nicht schlimm genug, ist die Floskel "weiße Weihnacht" in der heutigen Zeit weiter von der Realität entfernt als je zuvor. Außerdem, mal ehrlich, wer will schon Schnee in der Bude haben, egal zu welcher Jahreszeit?
Während die Erwachsenen im Stress sind, müssen auch die armen Kinder darunter leiden: Auch wenn es langsam nachlässt, war es doch früher gang und gäbe, dass die Kinder, die ohnehin vor Anspannung und Erwartung, dessen, was ihnen am Heiligen Abend harrte, gespannt waren wie ein Flitzebogen, auch noch Gedichte auswendig lernen mussten! Dazu noch Geheimniskrämerei der Eltern und Großeltern. Wenn es etwas Positives an Weihnachten gibt, dann die Verzückung der Kinder beim Anblick der Geschenke. Wohlgemerkt die Verzückung, nicht die Geschenke! Nicht zu vergessen, dieses verdammte Himmel-Hölle-Prinzip: Entweder Du warst das ganze Jahr artig, dann gibt's Geschenke, oder Du warst es nicht, dann gehst Du leer aus...und dann immer wieder die verblüffte Freude, dass der Weihnachtsmann, der immer verdächtig nach Onkel Klaus mit falschem Bart und echtem Bierbauch aussieht, ein so schlechtes Gedächtnis hat...
Ich wünsche allen, denen es etwas bedeutet, natürlich trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen (Denn irgendwie braucht und schätzt man das alles ja doch), eine schöne Weihnachtszeit und ein hoffentlich besinnliches Fest im Kreise der Liebsten.
*1Theodor Storm: Knecht Ruprecht.
*2 Loriot: Weihnachten bei Hoppenstedts.
Ich wünsche allen, denen es etwas bedeutet, natürlich trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen (Denn irgendwie braucht und schätzt man das alles ja doch), eine schöne Weihnachtszeit und ein hoffentlich besinnliches Fest im Kreise der Liebsten.
*1Theodor Storm: Knecht Ruprecht.
*2 Loriot: Weihnachten bei Hoppenstedts.
Freitag, 13. November 2009
Another fucking Medienereignis
Da ist es wieder, davor haben uns die Kritiker immer gewarnt. Der Untergang des Abendlandes respektive der ganzen Welt sind seine Medien.
Ein Sportler bringt sich um und uns und der Medienwelt fällt nichts Besseres ein, als das Ganze zu vermarkten. Alle Sender reihen sich in die Exklusivberichterstattung ein, was für ein Quatsch. Jeder will ein Stück vom Trauerkuchen abhaben. Plötzlich kennen alle Leute Enke, wussten schon immer oder hätten nie gedacht, dass... Die ganze Welt trauert um Enke, tatsächlich? Überall Enke, man kommt nicht an ihm vorbei, erstaunlich, als Lebender hat er nie so viel Aufmerksamkeit bekommen.
Die Zuschauer starren gebannt, wenn eine völlig aufgelöste Ehefrau ihr Privatleben vor der Öffentlichkeit ausbreitet, über Probleme, Sorgen und Ängste spricht. Die einen wollen irgendwie Anteilnahme signalisieren und den anderen wird es einfach zu viel.
Was erreichen wir denn, wenn wir Aasgeiern gleich über den Trümmern eines Lebens kreisen, gierig nach jedem Fetzen lechzen, der sich irgendwo zeigt? Ehren wir das Vermächtnis Enkes, den Menschen Enke, wenn seine Frau und jede geringste ihrer Bewegungen 500-fach fotographiert wird? Nein. Alle Medien überschlagen sich, um uns auch noch den letzten Rest Enkes Lebens präsentieren zu können. Ist er denn wichtiger, als jedes andere Suizidalopfer?
Und das Publikum konsumiert reflektionslos dieses wie alles andere auch. Und nach zwei Wochen ziehen Fotographen und Kamerateams wieder ab, zurück bleibt eine zerstörte Familie und der Dreck, der bei solchem Rummel immer anfällt. Die Betroffenheitsbekundungen und all die anderen Lippenbekenntnisse werden weniger und der Alltag gewinnt wieder an Boden.
Wer profitiert davon? Derjenige, der es den Menschen verkauft hat. Und die waren wenigstens für eine gewisse Zeit vom eigenen Elend abgelenkt, weil man sich freuen konnte, dass man nicht selbst von so etwas betroffen ist. Davon wird mir schlecht.
Ein Sportler bringt sich um und uns und der Medienwelt fällt nichts Besseres ein, als das Ganze zu vermarkten. Alle Sender reihen sich in die Exklusivberichterstattung ein, was für ein Quatsch. Jeder will ein Stück vom Trauerkuchen abhaben. Plötzlich kennen alle Leute Enke, wussten schon immer oder hätten nie gedacht, dass... Die ganze Welt trauert um Enke, tatsächlich? Überall Enke, man kommt nicht an ihm vorbei, erstaunlich, als Lebender hat er nie so viel Aufmerksamkeit bekommen.
Die Zuschauer starren gebannt, wenn eine völlig aufgelöste Ehefrau ihr Privatleben vor der Öffentlichkeit ausbreitet, über Probleme, Sorgen und Ängste spricht. Die einen wollen irgendwie Anteilnahme signalisieren und den anderen wird es einfach zu viel.
Was erreichen wir denn, wenn wir Aasgeiern gleich über den Trümmern eines Lebens kreisen, gierig nach jedem Fetzen lechzen, der sich irgendwo zeigt? Ehren wir das Vermächtnis Enkes, den Menschen Enke, wenn seine Frau und jede geringste ihrer Bewegungen 500-fach fotographiert wird? Nein. Alle Medien überschlagen sich, um uns auch noch den letzten Rest Enkes Lebens präsentieren zu können. Ist er denn wichtiger, als jedes andere Suizidalopfer?
Und das Publikum konsumiert reflektionslos dieses wie alles andere auch. Und nach zwei Wochen ziehen Fotographen und Kamerateams wieder ab, zurück bleibt eine zerstörte Familie und der Dreck, der bei solchem Rummel immer anfällt. Die Betroffenheitsbekundungen und all die anderen Lippenbekenntnisse werden weniger und der Alltag gewinnt wieder an Boden.
Wer profitiert davon? Derjenige, der es den Menschen verkauft hat. Und die waren wenigstens für eine gewisse Zeit vom eigenen Elend abgelenkt, weil man sich freuen konnte, dass man nicht selbst von so etwas betroffen ist. Davon wird mir schlecht.
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